Unsere
Zuchtgedanken
Zuchtstätte „La Stella d’Argento“
Zucht mit Verantwortung und Weitblick
Verantwortungsvolle Zucht bedeutet für uns mehr, als einfach nur Welpen in die Welt zu setzen. Sie umfasst fundiertes Wissen über Aufzucht, Genetik, Epigenetik und Erbkrankheiten sowie eine sorgfältige Auswahl der Verpaarungen, immer mit Blick auf die nächsten Generationen.
Unser Ziel ist es, gesunde, wesensfeste und sozialverträgliche Großpudel zu züchten, mit möglichst funktionellem Körperbau ohne Übertypisierungen, mit stabilen Nerven und Freude an Training und sportlichen Aktivitäten. Dass unsere Welpen gut vorbereitet in ein glückliches Leben starten, ist für uns wichtiger als eine bestimmte Farbe zu züchten.
Wir verzichten möglichst auf den Einsatz bereits hochfrequentierter Deckrüden (Popular Sire) und verschweigen keine Krankheiten unserer Hunde und deren Nachzucht. Alle Welpen eines Wurfes werden von uns bei Feragen auf genetische Diversität, DLA, Farbe, genetische Erkrankung und Merkmale getestet. Die Ergebnisse können so direkt bei der Auswahl von Welpen berücksichtigt werden, die für die Weiterzucht vorgesehen sind und werden öffentlich in die My Feragen Plattform eingetragen.
Wir wünschen uns, dass alle Züchter offen mit erkrankten Hunden umgehen und ihre Hunde grundsätzlich auf genetische Diversität und DLA testen lassen, um die Gesundheit und Vielfalt der Rasse zu erhalten.
Zuchtrelevante Untersuchungen
Selbstverständlich durchlaufen unsere Großpudel die vom Zuchtverband vorgeschriebenen Untersuchungen
- HD-Röntgen
- Katarakt-Untersuchung
- Gentest auf prcd-PRA
Darüber hinaus führen wir zusätzlich folgende Untersuchungen durch, bevor eine Hündin das erste Mal belegt wird:
- Röntgen der Ellenbogengelenke (ED)
- Patella-Luxation (PL)
- Feragen DocCheck 4.0 (weitere genetische Erkrankungen, Merkmale, Farben, genetische Diversität und DLA-Haplotypen)
- Herzultraschall
- Großes Blutbild inklusive aller Schilddrüsenwerte
Futterverträglichkeit
Nicht wenige Pudel sind sehr wählerisch beim Fressen und bringen ihre Menschen damit zur Verzweiflung. Wenn möglich, möchten wir nur mit Hündinnen züchten, die problemlos fressen, Futter gut verwerten und keine Überempfindlichkeiten zeigen.
Dies ist besonders während der Trächtigkeit von großer Bedeutung ist. Auch die Darmgesundheit und ein ausgewogenes Mikrobiom spielen eine Rolle, viele Pudel leiden an einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt oder zeigen Unverträglichkeiten. Diese Überlegungen gelte ebenso für den Deckrüden, da auch er Einfluss auf die genetische und gesundheitliche Basis der Welpen hat.
Genetik
Genetische Vielfalt ist die Grundlage für Gesundheit, Vitalität und Fruchtbarkeit.
Jede Rasse ist eine geschlossene Population, in der sich der Genpool nach und nach verengt. Das kann bestimmte gewünschte Merkmale festigen, birgt jedoch auch die Gefahr, dass gesundheitlich problematische Gene verstärkt zum Tragen kommen.
Genetische Vielfalt und DLA beim Großpudel
Genetische Tests ermöglichen eine Analyse der genetischen Vielfalt jedes Hundes, unabhängig von Ahnentafeln. So lassen sich Verwandtschaftsgrade zuverlässig bestimmen, der genetische Inzuchtkoeffizient (IK) berechnen und Verpaarungen gezielt planen, um die Vielfalt im Nachwuchs zu erhalten. Der genetische IK ist dabei aussagekräftiger als die Berechnung über Ahnentafeln, da Geschwister eines Wurfes genetisch sehr unterschiedlich sein können.
Wir testen unsere Hunde bei Feragen und nutzen für potenzielle Testverpaarungen die MyFeragen-Plattform. Bereits unsere Welpen werden auf genetische Erkrankungen, rassetypische Merkmale, Farben, genetische Diversität und die DLA-Haplotypen getestet. So liegen für jeden Hund, der später vielleicht in die Zucht gehen könnte, bereits alle relevanten genetischen Daten vor und können bei der Auswahl berücksichtigt werden.
Aufgrund des veralteten Verfahrens werden unsere Hunde nicht mehr VGL (Diversitätdtest über UC Davis) getestet.
Epigenetik
Die Epigenetik beschreibt, wie äußere Einflüsse (z.B. Haltungsbedingungen, Ernährung, Bewegung oder Lernerfahrungen) die Aktivität von Genen verändern können, ohne die DNA selbst zu verändern. Das bedeutet, dass Umweltfaktoren direkt darauf einwirken können, wie Gene im Körper ein- oder ausgeschaltet werden und diese Veränderungen unter Umständen auch an die nächste Generation weitergegeben werden.
Für die Zucht ist dieses Wissen besonders wertvoll: Ein stressfreier Deckakt, eine entspannte Trächtigkeit und eine liebevolle, abwechslungsreiche Aufzucht sowie gezielte Förderung der Welpen können langfristig Gesundheit, Temperament und Leistungsfähigkeit beeinflussen.
Als Züchter haben wir viele Möglichkeiten, optimale Bedingungen zu schaffen. Deshalb berücksichtigen wir epigenetische Aspekte bewusst in unserer Arbeit und bilden uns regelmäßig fort, um neue Erkenntnisse direkt in unserer Zucht zu berücksichtigen.
Das Wesen
Für uns gehört Wesensfestigkeit ein Stück weit auch in den Bereich Gesundheit. Unsichere oder ängstliche Hunde erleben bereits alltägliche Situationen wie z.B. laute Geräusche, fremde Menschen, andere Hunde oder neue Umgebungen oft als massiv stressbelastend, was sich langfristig negativ auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirken kann.
Deshalb legen wir bei unserer Zucht großen Wert auf ein ausgeglichenes und stabiles Wesen, sowohl bei der Hündin als auch idealerweise beim Deckrüden. Potenzielle Deckrüden lernen wir, wenn möglich, bereits kennen, bevor die Hündin läufig ist. Denn ist eine Hündin unsicher, erfordert die Aufzucht ihrer Welpen deutlich mehr Wissen, Erfahrung und Engagement – sowohl bei der Entwicklung der Welpen als auch bei der Auswahl passender, ausgeglichener Besitzer.
Farben und Größe
Ursprünglich war unser Ziel, silberne (die bessere Bezeichnung für uns ist grau) zu züchten. Jedoch haben wir festgestellt, dass die einzelnen Farbvarianten genetisch bereits sehr eng miteinander verwandt sind.
Farbe ist für uns kein primäres Zuchtziel. Durch gezielte Farbmischverpaarungen oder auch die bewusste Planung der Verpaarungen innerhalb der Größenvarianten möchten wir die genetische Basis unserer Hunde stärken und eine zu enge Verwandtschaft innerhalb einzelner Farb- oder Größenvarianten vermeiden.
Zudem sehen wir die gezielte Planung von Verpaarungen zwischen Klein- und Großpudeln nicht nur als Möglichkeit, die genetische Vielfalt zu fördern, sondern auch, um die Größe der Hunde langfristig etwas auszugleichen. Viele Großpudel liegen mittlerweile am oberen Endmaß oder sogar darüber (Großpudel 46-60 cm).
Körper
Wir wünschen uns für unsere Hunde einen moderaten, eher kräftiger Körperbau, ohne extreme Winkelungen, Giraffenhals oder übertrieben spektakuläres Gangbild. Laut Rassestandard sollte der Pudel etwas länger als hoch sein. Heute werden oft kurze Rücken bevorzugt, was unserer Meinung nach nicht ideal ist, da es zu eingeschränkter Beweglichkeit und einem unrunden Gangbild führen kann.
Viele Großpudel haben einen sogenannten „Schafhals“ (Instabilität durch lockere Bänder). Dies kann dazu führen, dass der Pudel seine Schwimmfähigkeit einbüßt und insbesondere beim Apportieren schwerer Gegenstände Schwierigkeiten bekommt, diese sicher zu tragen und zu halten.
Beim Großpudel fällt außerdem häufig eine steile Front auf, verbunden mit wenig Vorbrust.
Wir legen Wert darauf, dass die Hunde schon als Welpen die Möglichkeit zur gesunden Entwicklung von Muskulatur, Bänder und Sehnen bekommen, um langfristige Gelenkgesundheit zu fördern.
Der Fang sollte kräftig und ausreichend breit sein, sodass alle Zähne problemlos Platz finden, da beim Großpudel fehlende Zähne oder Engstände der Canini (Eckzähne) häufiger vorkommen. Zudem verfügen viele Pudel über ein eher schwach entwickeltes Kinn, was wir ebenfalls berücksichtigen, da dies auch Einfluss darauf haben kann, wie gut ein Pudel apportieren und schwerere Gegenstände sicher im Maul halten kann.
Die Ohren können beim Pudel eine weitere Schwachstelle darstellen, da sowohl das Fell als auch Haare im Gehörgang zu Problemen führen können. Übermäßiges Haarwachstum in den Ohren erfordert regelmäßiges, sorgfältiges Zupfen, weshalb es wünschenswert ist, bereits bei der Zucht auf eine gute Ohrbeschaffenheit und moderates Haarwachstum zu achten.
Auch wenn der Pudel heute nur noch selten als Wasserjagdhund eingesetzt wird, sollte sein Körperbau dennoch so beschaffen sein, dass er diese ursprüngliche Aufgabe grundsätzlich leisten könnte, denn „form follows function“.
Die Zuchthündin
Je nach Verein darf eine Großpudelhündin bereits im Alter von 18 bis 24 Monaten erstmals belegt werden. Unsere Erfahrung zeigt, dass Großpudel körperlich wie auch mental in der Regel erst mit etwa 3,5 Jahren vollständig ausgereift sind. Aus diesem Grund planen wir den ersten Wurf unserer Hündinnen frühestens ab einem Alter von drei Jahren.
Darüber hinaus sollen unsere Hündinnen nicht mehr als zwei bis drei Würfe im Leben haben, zwischen den Würfen wird immer eine Pause von mindestens 1,5 Jahren eingehalten, um der Hündin ausreichend Zeit zur Erholung zu geben.
